Fellpflege beim Aussiedoodle
Ein Thema, über das ich mit meinen Welpenfamilien immer wieder spreche, ist die Fellpflege. Denn gerade beim Aussiedoodle kann man eines nicht pauschal sagen: Wie pflegeleicht oder pflegeintensiv das Fell später einmal wird.
Aussiedoodles können ganz unterschiedliche Fellstrukturen entwickeln – von schön gewelltem Fell bis hin zu sehr starken, engen Pudellocken. Und genauso unterschiedlich kann auch der Pflegeaufwand sein.
Unsere Toffy ist dafür ein wunderschönes Beispiel. Ihr Fell ist unglaublich unkompliziert. In ihren fünf Jahren musste ich sie noch kein einziges Mal scheren. Sie lässt sich wunderbar durchbürsten und ihr Fell ist im Alltag wirklich ausgesprochen pflegeleicht.
Bei Finchen sieht es dagegen ganz anders aus. Sie hat sehr starke Pudellocken und benötigt dadurch deutlich mehr Aufmerksamkeit. Ihr Fell muss regelmäßig geschoren werden und die Fellpflege gehört bei ihr ganz selbstverständlich zu unserem Alltag.
Wie sich das Fell eines Welpen später entwickeln wird, lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen. Auch wenn man die Elterntiere kennt, kann sich die Fellstruktur während des Aufwachsens noch verändern. Deshalb möchte ich zukünftige Aussiedoodle-Familien ganz ehrlich darauf vorbereiten, dass die Fellpflege von relativ unkompliziert bis hin zu wirklich zeitintensiv reichen kann.
Eines sollte man sich grundsätzlich bewusst machen: Ein Aussiedoodle ist kein Glatthaarhund. Auch ein pflegeleichtes Fell braucht regelmäßige Aufmerksamkeit, und bei einem stärker gelockten Hund kann die Fellpflege durchaus einiges an Zeit und Konsequenz verlangen.
Fellpflege beginnt schon im Welpenalter
Mir ist es deshalb sehr wichtig, dass unsere Welpen schon früh lernen, dass Pflege etwas ganz Normales ist.
Wir setzen die Kleinen immer wieder ganz selbstverständlich auf den Pflegetisch, bürsten sie in aller Ruhe und gewöhnen sie daran, dass Hände und Bürste überall am Körper etwas ganz Normales sind. Auch Pfoten, Ohren, Gesicht und der hygienische Bereich werden dabei ganz selbstverständlich und liebevoll berührt.
Wir beginnen außerdem damit, die Welpen spielerisch an die Geräusche einer Schermaschine zu gewöhnen. Dabei geht es natürlich nicht darum, einen kleinen Welpen bereits komplett zu scheren. Viel wichtiger ist mir, dass er die Geräusche und Vibrationen kennenlernt und diese später nicht völlig fremd für ihn sind.
Das Waschen und Föhnen überlasse ich bewusst den zukünftigen Familien. Bei einem ganzen Wurf gehört schon so unglaublich viel zur täglichen Betreuung, dass ich hier nichts versprechen möchte, was ich im Alltag nicht sinnvoll und mit der nötigen Ruhe umsetzen kann.
Was ich meinen Familien aber ganz klar ans Herz lege: Gewöhnt euren Welpen zu Hause frühzeitig und positiv an Wasser, Waschen und Föhnen. Gerade wenn später einmal ein Hundefriseur besucht werden soll, ist es eine große Hilfe, wenn diese Dinge für den Hund bereits vertraut sind.
Und auch das Scheren gehört bei vielen Aussiedoodles irgendwann zum Leben dazu. Gerade bei stärker gelocktem Fell ist eine regelmäßige professionelle Fellpflege sinnvoll. Vor dem Scheren sollte das Fell entsprechend gewaschen und vollständig getrocknet werden – auch deshalb ist es wichtig, dass der Hund das Waschen und Föhnen frühzeitig kennenlernt.
Auch die Ohren gehören zur Pflege
Bei manchen Aussiedoodles wachsen Haare bis in den Gehörgang. Dadurch können manche Hunde zu Ohrenproblemen oder Entzündungen neigen.
Das muss natürlich nicht bei jedem Hund der Fall sein. Trotzdem gehören die Ohren für mich zu einer regelmäßigen Kontrolle. Gerade bei der Frage, ob und wie die Haare im Ohr gepflegt werden sollten, empfehle ich, sich von einem erfahrenen Hundefriseur beraten zu lassen.
Und was ist im Winter?
Ein Punkt, den viele Menschen zunächst gar nicht bedenken: Ein Aussiedoodle hat nicht automatisch die gleiche Unterwolle wie ein Australian Shepherd.
Je nach Fell, Felllänge und individuellem Hund kann es deshalb durchaus sein, dass ein Aussiedoodle bei kaltem oder nasskaltem Wetter friert. Besonders nach dem Scheren fehlt natürlich zusätzlich ein Teil des wärmenden Fells.
Deshalb sollte man immer auf seinen eigenen Hund schauen und die Kleidung der jeweiligen Witterung anpassen. Für manche Hunde kann bei Kälte oder Regen ein gut sitzender Mantel durchaus sinnvoll sein.
Mein persönlicher Rat
Ich finde, Fellpflege sollte niemals etwas sein, das man erst dann entdeckt, wenn der Hund bereits verfilzt auf dem Pflegetisch steht.
Deshalb möchte ich meinen Familien von Anfang an mitgeben: Bitte macht die Fellpflege zu einem ganz normalen Bestandteil des Lebens mit eurem Hund.
Ein bisschen Bürsten, den Pflegetisch kennenlernen, Pfoten und Ohren anfassen und später auch Wasser, Föhn und Schermaschine kennenlernen – alles in Ruhe, mit Geduld und vor allem positiv.
Denn genau das ist für mich der Schlüssel: Der Hund soll lernen, dass Pflege nichts Bedrohliches ist, sondern etwas, das einfach zu seinem Leben dazugehört.
Und ja – es gibt Aussiedoodles, deren Fell unglaublich unkompliziert ist. Genauso gibt es Hunde mit sehr viel Locken und entsprechend hohem Pflegeaufwand. Beides ist völlig normal und gehört zur Vielfalt dieser wundervollen Hunde dazu.
Mir ist wichtig, darüber ehrlich zu sprechen. Ein Aussiedoodle soll nicht nur wegen seines wunderschönen Fells einziehen. Er soll zu einer Familie kommen, die bereit ist, ihn so anzunehmen, wie er sich entwickelt – mit seinem Charakter, seinen Bedürfnissen und eben auch mit seinem ganz individuellen Fell.
Denn am Ende ist Fellpflege nicht einfach nur „Schönmachen“. Sie gehört zur Verantwortung für einen Hund dazu. Und wenn man sie von Anfang an liebevoll aufbaut, kann sie zu einer ganz selbstverständlichen gemeinsamen Routine werden.
